Landesjägermeister (LJM) Josef Schneider freute sich, rund 140 Funktionsträger und Gäste der VJS im Gasthaus Bohlen begrüßen zu dürfen. Allen voran Frau Petra Berg, Ministerin für Umwelt, Klima, Mobilität, Agrar und Verbraucherschutz. Aus dem Landtag waren die Herren Stefan Löw von der SPD-Fraktion, Alwin Theobald von der CDU-Fraktion und Christoph Schaufert von der AfD-Fraktion gekommen. Viele Mitarbeiter aus dem Umweltministerium, von weiteren Kammern und Behörden und vom SaarForst-Landesbetrieb waren genauso anwesend wie Repräsentanten befreundeter Verbände. Der Wolf war dieses Jahr nicht mehr der Schwerpunkt der Veranstaltung, sondern der Schutz und der Erhalt der Bodenbrüter. Bereits in seiner Einführung stellte LJM Schneider nicht nur die aktuellen Streckenzahlen des Schalenwildes, sondern vor allem die Streckenzahlen des Niederwildes im Vergleich zu den Streckenzahlen vor einigen Jahren bzw. Jahrzehnten vor.
Kreisjägermeister Jürgen Schmitt knüpfte an das Motto „Wer will, findet Wege, wer nicht will, findet Gründe!“ des Referenten vom Landesjägertag 2025 an. Mit dem Projekt „Saarland Artenreich“ stehen Saatgut und finanzielle Mittel für die Bodenbearbeitung und Einsaat zur Verfügung, die noch zu wenig abgerufen werden.
Landwirte seien es leider gewöhnt, komplizierte Antragsformalien abzuwickeln, sodass ein zweiseitiges Antragsformular, ausschließlich mit den notwendigsten Angaben versehen, verdächtig unbürokratisch erscheint. Aufgabe der Jagdausübungsberechtigten sei es, Flächen zu finden, die geeignet sind, und Landwirte, die mitmachen wollen. Er forderte die anwesenden Damen und Herren Hegeringleiter auf, in den kommenden Sitzungen bei den Jagdausübungsberechtigten für das Projekt zu werben und noch mehr Lebensräume für Insekten und Vögel zu gestalten als bisher schon. Wichtig ist, die Landwirte mit ins Boot zu holen und dass die Landwirte wissen, dass wir ihnen kein Land abholen möchten.
Ein leidiges Thema hatte Kreisjägermeister Heiner Kausch zu bearbeiten und den Anwesenden näher zu bringen, was ihm aber hervorragend gelang: Die Waffenaufbewahrung. Was sich für Außenstehende einfach anhört, ist für die Legalwaffenbesitzer gar nicht so einfach. Das Waffenrecht ist leider äußerst komplex und unübersichtlich. Wenn Fehler gemacht würden, gingen die saarländischen Waffenbehörden seit einiger Zeit auch bei kleinen Fehlern leider nur noch von „gröblichen Verstößen“ aus. Dies entspräche aus seiner Sicht weder dem Wortlaut noch dem Sinn des Waffengesetzes. Das Waffengesetz sehe auch die Möglichkeit der „Nachbesserung“ vor und funktioniere nicht nach dem „Alles-oder-Nichts-Gesetz“. Er bat die politisch Verantwortlichen im Saarland und in den Landkreisen, wieder zu Behördenhandeln mit Augenmaß zurückzukehren.
Die Tagung fand ihren traditionellen Abschluss mit einem Teller Erbsensuppe mit Sauerkraut unter den Jagdhornklängen des „Jagdhornbläsercorps Hubertus Illtal“.
Fotos: VJS