Die VJS hat die im Landtag vertretenen Parteien und diejenigen, die sich Hoffnung auf den Einzug ins Landesparlament machen können, um Stellungnahme zu den jagdpolitischen Themen des Saarlandes gebeten. Ihnen wurden insgesamt 10 Fragen zugesendet, die als Wahlprüfsteine für unsere Mitglieder dienen sollen.

Erfreulich ist, dass alle angeschriebenen Parteien geantwortet haben. Damit haben sie die Relevanz der saarländischen Jägerinnen und Jäger, deren Familien und aller mit der Jagd befassten Wähler erkannt.

Eine politische Kraft, die nur durch den Gang zur Wahlurne zum Tragen kommt.

 

An dieser Stelle möchten wir die Antworten der Parteien unkommentiert veröffentlichen.

 

Erkennt Ihre Partei die Jagd als Eigentumsrecht uneingeschränkt an? Wenn nein, warum nicht?

CDU: Wir erkennen die Jagd als Eigentumsrecht uneingeschränkt an; es genießt verfassungsrechtlichen Schutz.

SPD: Jagdrecht ist und bleibt Eigentumsrecht. Allerdings gilt hier besonders die Regelung des Grundgesetzes, dass Eigentum verpflichtet. Naturschutz und Tierschutz sind durch das saarländische Jagdrecht jagdliche Aufgabe.

DIE LINKE: DIE LINKE im Saarland steht grundsätzlich für die Verbindung von Jagdrecht und Grundeigentum. Dabei setzen wir uns besonders für die Rechte der Kleineigentümerinnen und Kleineigentümer ein.

PIRATEN: Eigentum verpflichtet. Auch mit meinem Eigentum darf ich nicht alles tun, wenn es Auswirkungen auf das Gemeinwohl hat. Dies kann bei der Jagd durchaus der Fall sein, wenn es um den großen Themenbereich des Natur- und Artenschutzes geht, der unser aller Gemeinwohl beeinflusst.

GRÜNE: Unsere Partei erkennt die Jagd als Eigentumsrecht an, wozu natürlich auch das Recht des Grundstückseigentümers auf eine jagdliche Befriedung gehört.

FDP: Die FDP erkennt selbstverständlich das Jagd als Eigentumsrecht an. Daher sind Eingriffe in dieses Eigentum immer von den Jägern, Jagdpächtern und Grundbesitzern zu genehmigen und müssen gegebenenfalls entschädigt werden. In den letzten Jahren hat sich kein Politiker in Deutschland so um die Jäger bemüht, wie Christian Lindner. Mit einer eigentumsfreundlichen, anti-bürokratischen und liberalen Jagdpolitik stehen die Freien Demokraten für die Jäger ein. Nur ein Politikwechsel kann helfen, den jagdfeindlichen Unsinn zu beenden.

AfD: Die AfD-Saar erkennt die Jagd als Eigentumsrecht uneingeschränkt an. Gleichzeitig sollten bessere Jagdgelegenheiten für alle Jäger geschaffen werden.

Hält Ihre Partei eine Änderung des Jagdgesetzes, das erst seit drei Jahren in Kraft ist und vorher über viele Jahre diskutiert wurde, für erforderlich? Wenn ja, in welcher Form?

CDU: In der letzten Novelle des Jagdgesetzes wurden einzelne Dinge im Jagdgesetz überarbeitet und Lösungen gefunden, mit der alle Beteiligten zufrieden sein können. Aufgrund dieser Tatsache sehen wir derzeit keinen grundsätzlichen Bedarf für eine Änderung des Jagdgesetzes.

SPD: Eine Änderung des Jagdrechtes ist weder erforderlich noch sinnvoll. Wir wollen den Jagdfrieden an der Saar bewahren.

DIE LINKE: DIE LINKE strebt derzeit keine Änderung des Jagdgesetzes an.

PIRATEN: Nein. Wir streben keine Änderung des Jagdgesetzes an, da wir dieses als entsprechend stark reguliert genug empfinden. Die Jagd auf dem Weg hin zu einer ökologischen und transparenten Jagd mit dem Ziel, Tiere lediglich als ökologische Notwendigkeit zu töten, wollen wir darüber hinaus begleiten.

GRÜNE: Ja, im Bereich Tier-, Arten, Natur- und Kulturlandschaftsschutz, insbesondere Waldschutz.

FDP: Unserer Ansicht nach sollte das Jagdrecht so weit wie möglich entbürokratisiert werden. Zudem sind Eigentumseingriffe wie die zeitliche Eingrenzung der Jagdpachtverträge oder das Verbot bleihaltiger Munition in unseren Augen nicht sachgerecht. Eine Novellierung des Jagdrechts würde bei uns allerdings nur in ganz enger Abstimmung mit den Jägern erfolgen.

AfD: Änderung des saarländischen Jagdgesetzes halten wir für sinnvoll. Wir hätten dazu einige Verbesserungsvorschläge. Das Jagdgesetz erscheint uns insgesamt zu restriktiv. Der Jagdschutz auf wildernde Hunde und vor Allem auf streunende Katzen ist uns beispielsweise ein wichtiges Anliegen und sollte bei Gelegenheit wieder eingeführt werden.

Unterstützt Ihre Partei die Bejagung von Prädatoren – aus Gründen der Nutzung durch Verarbeitung der Felle genauso wie aus Gründen der Regulation und damit der Vermeidung von Krankheiten? Dazu hätten wir auch gerne eine Antwort, die die Rabenkrähen miteinschließt.

CDU: Wir unterstützen grundsätzlich die Bejagung von Prädatoren, um den natürlichen Bestand zu regulieren. Räuberische Arten wie der Fuchs können für den Menschen nicht ungefährliche Krankheiten übertragen. Die Entwicklung der Fuchsräude sowie des kleinen Fuchsbandwurms im Saarland zeigt, dass die Bejagung des Fuchses notwendig und geboten ist. Prädatoren in hohem Bestand können Bodenbrüter wie Rebhühner oder Kiebitze in ihrem Bestand massiv gefährden. Daher leistet die Bejagung räuberischer Arten somit auch in diesem Bereich einen wichtigen Beitrag zum Artenschutz. Hinsichtlich der Bejagung der Rabenkrähe erachten wir eine Lösung analog zu der Regelung in Rheinland-Pfalz als sinnvoll. Dort gelten Schonzeiten, außerhalb derer die Rabenkrähe vom 1. August bis zum 20. Februar bejagt werden kann.

SPD: Die Bejagung der Prädatoren soll im Rahmen des bereits geltenden Rechts unverändert praktiziert werden. Hinsichtlich der Rabenkrähe bestehen flexible und bedarfsgerechte Möglichkeiten zur Bejagung.

DIE LINKE: Sofern sich keine sinnvollen Alternativen zur Bejagung von Beutegreifern aufzeigen lassen und andere Arten ohne entsprechende Eingriffe seitens des Menschen nicht erhalten und geschützt werden können, ist eine Bejagung von Prädatoren zu verantworten. Zuvor aber sind andere Alternativen zu prüfen.

PIRATEN: In jedem Fall ist dies zur Vermeidung von Krankheiten gerechtfertigt. Das sollte im Rahmen der Ökologie dabei oberstes Ziel sein, während Gründe der Regulation auch im Sinne der Ökologie sinnvoll sein können. Dies gilt für sämtliche Tiere in einem Ökosystem.

GRÜNE: Der Abschuss nicht nutzbarer (dazu gehört auch die Rabenkrähe) und/oder im Bestand bedrohter Tierarten ist nicht zeitgemäß und schadet darüber hinaus dem Ansehen der Jagd in der Öffentlichkeit.

FDP: Die FDP befürwortet die Jagd auf Prädatoren zum Zwecke der Regulation und der Krankheitsvermeidung. Wenn eine Tierart einen günstigen Erhaltungszustand hat, Krankheiten überträgt oder Menschen oder Nutztiere in unzumutbarer Weise körperlich oder ökonomisch gefährdet, sollte eine Bejagung erlaubt werden. Rabenkrähen sollten, wie auch Elstern, bejagt werden dürfen, wenn sie die als „Gewinner unserer Kulturlandschaft“ einen Einfluss auf die Populationsentwicklung anderer Arten haben können. Wie viele andere Arten gehören auch diese zwei Rabenvogelarten zu unserer heimischen Avifauna. Ein jagdlicher Eingriff ist jedoch dort erforderlich, wo andere heimische Arten wie z. B. Bodenbrüter durch diese Beutegreifer im Bestand gefährdet werden.

AfD: Die AfD unterstützt die Bejagung von Prädatoren, soweit hierbei keine heimischen Arten in ihren angemessenen Beständen bedroht werden. Die Bestände der Rabenkrähe sollten niedrig gehalten werden. Sie sind viel zu hoch, weshalb die Rabenkrähe zunächst scharf bejagt werden müsste. Eine Anmerkung zu Neozoen: Neozoen bedrohen mehr oder weniger offensichtlich unsere heimische Flora und Fauna und müssen deshalb konsequent bejagt werden. Unserer Meinung nach sollten, um dies zu ermöglichen, alle allochthonen Wirbeltierarten dem Jagdrecht unterliegen.

Setzt sich Ihre Partei für eine landesweite Abschaffung der Jagdsteuer ein? Wenn nein, warum nicht?

CDU: Wir halten angesichts der aktuellen Finanzsituation der Städte und Gemeinden an den derzeit geltenden Regelungen zur Jagdsteuer fest. Gleichzeitig möchten wir dem Beitrag Rechnung tragen, den die Jäger für die Allgemeinheit leisten (u.a. durch den Umgang mit Unfallwild). Wir halten es daher für erstrebenswert, dass aus dem Aufkommen aus der Jagdsteuer die Finanzierung von Projekten, die der Jagd zu Gute kommen, sichergestellt wird.

SPD: Die Jagdsteuer wird von den Landkreisen erhoben. Diese entscheiden, ob sie davon Gebrauch machen. Daran wollen wir nichts ändern.

DIE LINKE: DIE LINKE sieht durchaus, dass die Erhebung der Jagdsteuer als nicht mehr zeitgemäß beurteilt werden kann, insbesondere in Anbetracht der gesellschaftlichen Leistungen, welche von Jägerinnen und Jägern erbracht werden. Wir möchten die Entscheidung darüber aber der jeweils zuständigen Ebene überlassen. Die Jagdsteuer soll erhoben werden können, wenn eine kommunale Gebietskörperschaft das in ihrem Hoheitsbereich für sinnvoll erachtet.

PIRATEN: Wie alle anderen Steuern planen wir auch die Jagdsteuer hinsichtlich ihrer Kosten-Nutzen-Effizienz zu evaluieren. Somit ist hier noch keine abschließende Antwort möglich.

GRÜNE: Die Erhebung der Jagdsteuer ist eine Steuer, die die Landkreise erheben. Es ist nicht Aufgabe der Landespolitik und nicht sinnvoll, den Landkreisen diesbezügliche „Vorschriften“ zu machen.

FDP: Die FDP Saar setzt sich schon seit vielen Jahren für die Abschaffung der Jagdsteuer ein. So wurde diese Dank der FDP im Kreis Merzig abgeschafft.

AfD: Unsere Partei befürwortet die Abschaffung der Jagdsteuer.

Setzt sich Ihre Partei für eine Gleichbehandlung von Rothirsch und Wolf ein, was z. B. die Eroberung von Lebensräumen und den Genaustausch anbelangt?

CDU: Eine Verinselung von Wildtierpopulationen durch Zerschneidung der Landschaft führt grundsätzlich zu einer genetischen Verarmung. Ein Genaustausch ist daher sowohl für Rothirsch wie für Wolf von besonderer Bedeutung. Daher sind wir diesbezüglich für eine Gleichbehandlung der beiden Arten und streben dabei Regelungen analog zu denen im Wolfsmanagementplan an. In diesem Zusammenhang steht für uns grundsätzlich eine möglichst konfliktfreie Koexistenz mit dem Menschen im Vordergrund.

SPD: Die Situation von Rothirsch und Wolf im Saarland kann nicht sinnvoll miteinander verglichen werden. Der Wolf ist (noch) nicht da und es ist sehr fraglich, ob er sich im Saarland dauerhaft ansiedeln wird. Dennoch ist das Land mit dem Wolfsmanagementplan für den Fall der Fälle gut vorbereitet. Der Rothirsch entwickelt sich plangemäß in den Rotwildgebieten.

DIE LINKE: Der Rothirsch ist aktuell die größte einheimische Hirschart. Für DIE LINKE gehört er zur hei-mischen Fauna und ist daher zu erhalten. Die Rotwildgebiete sollten so erhalten werden, dass keine genetische Verarmung erfolgt. Dabei ist auch die Verbindung verschiedener Lebensräume sinnvoll, etwa durch Naturbrücken. Eine Bejagung darf keine einseitige Selektion verursachen. Perspektivisch sollte eine flächige Bewirtschaftung dieser Wildtierart angestrebt werden. DIE LINKE setzt sich außerdem für die Rückkehr großer Räuber, etwa Luchs oder Wolf, ein. Die Liste der dem Jagdrecht unterliegenden Tierarten sollte nur Tierarten aufführen, welche auf absehbare Zeit tatsächlich bejagt werden müssen und für die es eine sinnvolle Nutzung oder einen wildbiologisch begründbaren Bejagungsgrund gibt. Der Wolf gehört aktuell aus Sicht der LINKEN nicht dazu.

PIRATEN: Ja, sofern unsere oben genannte grundsätzliche Haltung zur Jagd berücksichtigt wird.

GRÜNE: Ja, alle Tiere haben als unsere Mitgeschöpfe gleiche „Rechte“.

FDP: Es gibt keinen vernünftigen Grund, warum für Wölfe Sonderrechte gelten sollen. Der Wolf hat als Spitzenprädator keine natürlichen Feinde und vermehrt sich pro Jahr um ca. 30 Prozent. Konflikte mit der Nutztierhaltung und auch mit der Jagd, wie sie in anderen Bundesländern bereits bestehen, sind vorprogrammiert. Daher gilt es, rechtzeitig die Wolfpopulation, ähnlich wie die Wildpopulation zu managen.

AfD: Wir befürworten einen größtmöglichen Genaustausch unter den Individuen aller heimischen Tierarten und wollen auch dem Wolf keinen Riegel vorschieben. Das insgesamt ziemlich zergliederte Saarland bietet dem Wolf kaum Rückzugsgebiete. Sollte sich dennoch eine ethologisch normale Wolfspopulation einstellen, würden wir dies begrüßen. Allerdings müsste der Wolf dann auch dem Jagdrecht unterliegen, damit er in Zukunft angemessen reguliert werden kann.

Welche Maßnahmen der Agrarpolitik hält Ihre Partei für notwendig, um einer weiteren Abnahme bedrohter Offenlandarten, wie z.B. Rebhuhn und Feldlerche, entgegenzuwirken?

CDU: Im Umgang mit der Natur treffen unterschiedliche ökologische Anschauungen und oft auch divergierende Interessen aufeinander. Die Auffassungen darüber, wie unsere Kulturlandschaft für (land-) wirtschaftliche, touristische und ökologische Zwecke in Anspruch genommen werden darf, gehen auseinander. Wir möchten einen offenen und konstruktiven Dialog mit den verschiedenen Akteuren. Wir wollen alle Beteiligten in die Gestaltung unserer Arten-, Umwelt- und Naturschutzpolitik einbeziehen und dadurch einen fairen Ausgleich der Interessen von Landwirten, Jägern, Anglern, Waldbesitzern und Naturschützern herbeiführen. Die Greening-Prämie der EU verpflichtet die anspruchsberechtigten Landwirte dazu, im Rahmen der „Anbaudiversifizierung“ eine Mindestanzahl an Kulturen (standorttypische Arten von Wildpflanzen) anbauen, den „Dauergrünlanderhalt“ sicherzustellen und mit fünf Prozent ihrer Ackerflächen als sogenannte „ökologische Vorrangfläche“ Umweltnutzen zu erbringen. Angesichts des starken Rückgangs von Rebhühnern und Feldlerchen zwischen 60 und 80 Prozent in den letzten 30 Jahren sind die Zustände als alarmierend zu bezeichnen. Weitere Greening-Maßnahmen wie die Installation von Blührandstreifen, Ackerstreifen oder -flächen zum Schutz von Ackerlebensgemeinschaften sind elementar, um dem Rückgang bedrohter Arten entgegen zu wirken.

SPD: Die Landwirtschaft wird zur Erhaltung unserer Kulturlandschaft benötigt. Die Ausgestaltung sollte durch einen naturnahen Wechsel von Grünland, Ackerland und ungenutzten Flächen erfolgen. Entsprechende Anreize und Vorschriften gibt es bereits in der Förderpolitik (z.B.: Greening). Sollten diese nicht ausreichen, werden wir uns dafür einsetzen, dass sie in der nächsten ELER-Förderperiode verbessert werden. Darüber hinaus leistet auch die Umsetzung von Natura 2000 einen wesentlichen Beitrag zum Erhalt der Lebensräume des Niederwildes.

DIE LINKE: DIE LINKE befürwortet beispielsweise die Aufforstung von Feldrainen, da sie Rückzugsgebiete und Lebensräume für betroffene Tierarten des Offenlandes darstellen und Nahrung, Deckung, Nist- und Brutplätze sowie Überwinterungsräume bieten.

PIRATEN: Durch unser grundsätzliches Bekenntnis zur ökologischen Landwirtschaft halten wir eine Förderung von Flächen, die neben ihrer wirtschaftlichen Nutzung auch die Möglichkeiten bieten, den genannten Arten gerecht zu werden, für eine mögliche Maßnahme. Dies kann nur durch eine ökologische Landwirtschaft sichergestellt werden, die auf den Einsatz chemischer Mittel zum Pflanzenschutz verzichtet. So lässt sich beispielsweise die Nahrung von Feldlerchen (vor allem Insekten, aber auch andere Wirbellose wie Spinnen, kleine Schnecken und Regenwürmer) oder von Rebhühnern (Sämereien, Wildkräuter, Getreidekörner, Insekten) sicherstellen, was in der konventionellen Landwirtschaft nicht der Fall ist.

GRÜNE: Die deutliche Ausweitung der Ökologischen Landnutzung, d.h. der Land- und Waldwirtschaft, sowie gezielte Fördermaßnahmen für bedrohte Arten, leisten einen Beitrag Lebensräume aufzuwerten und damit die Biodiversität zu erhöhen.

FDP: Gute Agrar- und Umweltpolitik sind nie einseitig und stets der Versuch, Konflikte zwischen verschiedenen Gruppen zu minimieren. Konzepte hierfür sollten, wenn möglich, im Dialog zwischen allen betroffenen Gruppen erarbeitet werden. Zum Schutz bedrohter Offenlandarten kann sich die FDP beispielsweise eine über Agrarumweltmaßnahmen ausgeglichene freiwillige Extensivierung von landwirtschaftlich genutzten Flächen vorstellen. Auch Ausgleichsflächen für Windkraftanlagen eignen sich als Schutzraum.

AfD: In Gebieten in denen bedrohte Offenlandarten vorkommen, sollte eine extensive Landwirtschaft gefördert werden. Das Eggen und Mähen der bewirtschafteten Flächen sollte dem Brut- und Aufzuchtverhalten der betroffenen Arten angepasst werden. Auch sollte dort für einen angemessenen Bestand an Brachen und Hecken gesorgt werden. Windräder müssen fern bleiben

Wie steht Ihre Partei zur Jagd in Schutzgebieten? Hält Ihre Partei eine Ausweitung von NATURA 2000 und FFH-Gebieten für notwendig?

CDU: Wir sind der Auffassung, dass die Jagd grundsätzlich auch in Schutzgebieten durchgeführt werden können sollte. Nur wenn Schutzziel und Schutzzweck durch die Jagd wesentlich beeinträchtigt werden, sollte die Jagdausübung entsprechend eingeschränkt werden.Im Saarland besteht das Netz Natura 2000 derzeit aus insgesamt 127 Gebieten, was derzeit ca. zwölf Prozent der als Naturschutzgebiet ausgewiesener Landesfläche entspricht. Außerdem aus 118 FFH-Gebieten (knapp elf Prozent der Landesfläche) sowie 41 Vogelschutzgebieten (knapp zehn Prozent), die sich teilweise überschneiden. Das Saarland hat die EU-Vorgaben erreicht; wir streben daher keine Ausweitung von Natura 2000 oder FFH-Gebieten an.

SPD: Die Jagd ist in Schutzgebieten grundsätzlich möglich. Einschränkungen ergeben sich aus Anforderungen im Einzelfall. Neue NATURA 2000 Gebiete wird es in den nächsten Jahren nicht geben.

DIE LINKE: Die Jagd in Schutzgebieten muss aus Sicht der LINKEN mit den Schutzzielen konform gehen. In Totalreservaten oder Revieren mit einem bestimmten wissenschaftlichen Interesse kann auf die Jagd grundsätzlich verzichtet werden, wenn keine schwerwiegenden anderen Gründe dagegen sprechen. Gegen eine Jagd aus Artenschutzgründen spricht nichts, jedoch muss dabei der Tierschutz beachtet werden.

PIRATEN: Die Jagd in Schutzgebieten sehen wir kritisch. Ein Schutzgebiet ist nicht umsonst ein Schutzgebiet. Die dort lebenden Arten sollten erhalten bleiben und nicht gejagt werden, um die jeweilige Art nachhaltig zu erhalten. Bei der Ausweitung von NATURA 2000 und FFH-Gebieten muss grundsätzlich immer der Nutzen abgewogen werden. Wenn im Sinne des Natur- und Artenschutzes solche Gebiete nachhaltig bestimmte Arten und die Umwelt schützen können, dann wäre eine Ausweitung notwendig, andernfalls nicht.

GRÜNE: Jagd in Schutzgebieten sollte nur dann erlaubt sein, wenn diese zur Erreichung der Schutzziele notwendig ist.

FDP: Eine Jagd in Schutzgebieten sollte weitestgehend immer möglich sein. Jagd ist aktiver Umweltschutz und sowohl in der Regulierung als auch durch die Hege wichtig für unsere Naturlandschaft. Eingriffe in die Jagd wie auch in den Angelsport, für den ähnliches gilt, lehnen wir daher kategorisch ab, solange sie nicht mit den Betroffenen selbst auf Augenhöhe ausgehandelt und ggf. entschädigt wurden.

AfD: In natürliche Abläufe darf nicht eingegriffen werden. Allerdings gibt es in unserer anthropogenen Landschaft keine Gebiete mehr, in denen die Abläufe vollständig natürlich sind. Das Fehlen der Groß-Prädatoren am Ende der Nahrungskette ist hierfür ein Beispiel. Im Saarland kann der Mensch die Natur nur sehr beschränkt sich selbst überlassen. Naturschutz kann nicht nur örtlich betrieben werden, sondern muss, um die Bemühungen zum Erhalt einer artenreichen Natur zielführend voranzutreiben, in ein europäisches Projekt eingebettet sein. Über die praktische Umsetzung lässt sich allerdings streiten.

Ist Ihre Partei der Meinung, dass durch eine Verschärfung des Waffenrechts terroristische Anschläge verhindert werden können? Wenn ja, warum?

CDU: Nein. Die derzeitigen Regelungen im Waffenrecht erachten wir für völlig ausreichend und sehen keine Notwendigkeit einer weiteren Verschärfung.

SPD: Nein. Keine Maßnahme ist dazu geeignet, terroristische Anschläge grundsätzlich zu verhindern.

DIE LINKE: Aus Sicht der LINKEN sollte der Besitz von Waffen Ausnahme und nicht die Regel sein. Die Jagd erfüllt ein gesellschaftliches Anliegen und geht damit über ein reines Hobby hinaus. Das rechtfertigt größere Erlaubnisspielräume, insbesondere zur Verfügbarkeit der Waffen. Ein Problem besteht trotz des bestehenden Waffenrechts in der teilweise nachlässigen Handhabung durch einzelne Waffenbesitzer. Wir verweigern uns nicht der Überlegung, inwieweit eine regelmäßige Überprüfung der Einhaltung bestehender Regelungen sinnvoll ist und wie eine allzu leichte Zugänglichkeit von Waffen in Haushalten für Nicht-Waffenscheininhaber eingeschränkt werden kann. Dabei sollte aber nicht der Eindruck erweckt werden, dass durch derartige gesetzliche Maßnahmen Wahnsinnstaten einzelner abgewendet werden können. Terroranschläge sind nicht über ein verschärftes Waffenrecht zu verhindern, dazu sind die Ursachen und Zusammenhänge viel zu komplex.

PIRATEN: Nein. Das bestehende Waffenrecht ist ausreichend streng. Es ist sehr unwahrscheinlich, dass sich Terroristen aus diesem Bestand bedienen. Eine Verschärfung dieses Rechtes würde sich auf die von Terroristen genutzten illegalen Waffen nicht auswirken. Wenn Waffen illegal genutzt werden, ist es der falsche Weg, dafür die zu bestrafen, die sich an das aktuelle Waffenrecht halten, was durch eine Verschärfung geschehen würde.

GRÜNE: Ja, weniger Waffen und stärkere Waffenkontrollen können Anschläge zwar grundsätzlich nicht verhindern, den Waffenmissbrauch insgesamt aber nachweislich eindämmen.

FDP: Durch eine Verschärfung des Waffenrechts können terroristische Anschläge nicht verhindert werden. Es ist realitätsfern zu glauben, dass ein Terrorist einen Anschlag mit einer auf ihn registrierten Waffe ausübt.

AfD: Die AfD ist nicht der Meinung, dass durch die Verschärfung des Waffenrechts terroristische Anschläge verhindert werden können. Wir sind uns sicher, dass bisherige Verschärfungen lediglich populistische Auswüchse der Hilflosigkeit unserer Regierung waren. Die Lösung des Problems liegt in ganz anderen Bereichen.

Setzt sich Ihre Partei in der Öffentlichkeit aktiv für die Jagd ein? Wenn ja, in welcher Form?

CDU: In der CDU sind zahlreiche aktive Jäger engagiert. Derzeit sitzen für die CDU vier Abgeordnete im Saarländischen Landtag, die im Besitz eines Jagdscheines sind, die Jagd aktiv ausüben und sich auch in der Öffentlichkeit zur Jagd bekennen. Dies zeigt, dass im politischen Diskurs sowie im Gesetzgebungsprozess die Interessen der Jägerschaft im Saarland insbesondere im Vergleich zu anderen Parteien überproportional vertreten sind. Nicht zuletzt mit Ihrer Schirmherrschaft bei der 1. Saarländischen Damenjagd hat die Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer gezeigt, dass wir uns öffentlich zur Jagd bekennen und diese als nachhaltige Form der Landnutzung unterstützen.

SPD: Selbstverständlich steht die SPD Saar öffentlich zur Jagd. Anke Rehlinger, Reinhold Jost, Magnus Jung und viele „Rote Jäger“ stehen dafür bei jeder Gelegenheit ein (Z.B.: Landesjägertag, Tag der offenen Tür im Jägerzentrum im Lachwald etc…)

DIE LINKE: Die Jagd ist eine legitime und in einer Kulturlandschaft notwendige Landnutzungsform. Jägerinnen und Jäger leisten einen wichtigen Beitrag zum Natur-, Umwelt- und Klimaschutz, wie es auch andere Landnutzungsformen (z. B. Land- oder Waldwirtschaft) tun. Die Jagd trägt durch die Bejagung des Wildes einen wichtigen Teil zur Umsetzung gesellschaftlich formulierter Ziele bei. Diese Position vertreten wir selbstverständlich auch in der Öffentlichkeit.

PIRATEN: Wir setzten uns dafür ein, dass jeder Mensch seine Freiheit wie er möchte ausleben kann. Darunter fällt auch unter gewissen Umständen die Jagd, was daher zu unserem Freiheitskampf zählt.

GRÜNE: Wir Grüne setzen uns für eine zeitgemäße, stärker ökologisch ausgerichtete Jagd ein, die sich an Tier-, Arten- und Eigentumsschutz orientiert.

FDP: Unsere Partei setzt sich im Saarland wie auch in anderen Bundesländern in vielfacher Weise aktiv für die Jagd ein. Wir sind regelmäßig gerne Gast auf den öffentlichen Jägerversammlungen, haben uns im Saarland in unserem Wahlprogramm wie auch in Pressemitteilungen in den vergangenen Jahren immer wieder pro Jagd ausgesprochen und bringen in den Landtagen, in denen wir mit einer Fraktion vertreten sind, viele Anträge zur Jagd ein. Dies würden wir auch nach dem 26. März im Saarland ebenso tun.

AfD: Unsere Partei setzt sich öffentlich für die Jagd ein, beispielsweise über unser Landesprogramm.

Bitte nennen Sie uns abschließend drei Gründe, warum Jäger und ihre Familienangehörige Ihre Partei wählen sollten?

CDU:

  • Wir sind die Partei, die sich öffentlich für die Jagd einsetzt und für die saarländische Jägerschaft einsteht. Wir wollen die Jagd als traditionelles Kulturgut erhalten und weiter fördern. Sie ist fester Bestandteil der ländlichen Kultur im Saarland.
  • Wir bekennen uns zu unserer Saarländischen Kulturlandschaft und unterstützen die regionale Ernährung. Die Vorteile regionaler und saisonaler Ernährung liegen auf der Hand: kürzere Transportwege und weniger energieaufwändige Lagerung tragen aktiv zum Umwelt- und Klimaschutz bei. Zudem bleibt die Wertschöpfung in der Region. Die Bejagung von Wild durch die Saarländische Jägerschaft leistet hierzu einen hervorragenden Beitrag. Vor diesem Hintergrund bekennen wir uns zur Jagd als nachhaltige Form der Landnutzung.
  • Wir als CDU haben uns klar und unmissverständlich für eine Fortführung der Großen Koalition im Saarland ausgesprochen. Wenn die CDU weiterhin die Regierung anführt, ist damit sichergestellt, dass das Umweltministerium auch in den kommenden fünf Jahren von einem Minister oder einer Ministerin der CDU oder SPD geführt wird. Ideologische Experimente, unter denen die Jagd leiden würde, sind somit ausgeschlossen!

SPD:

  • Die SPD Saar steht für einen sachlichen, fachlich kompetenten und ideologiefreien Umgang mit allen jagdpolitischen Fragen.
  • Wir haben fünf Jahre gut und vertrauensvoll mit der Jägerschaft zusammengearbeitet und wollen dies auch in Zukunft tun.
  • Wir stehen dafür ein, dass die Jagdpolitik auch nach der Wahl nicht mehr zu einem politischen Experimentierfeld wird. Darauf kann man sich verlassen.

DIE LINKE:

  • DIE LINKE engagiert sich mit Nachdruck für den Erhalt der Natur. Insbesondere stehen wir für den Schutz von Waldgebieten. Als einzige Landtagsfraktion haben wir uns beispielsweise gegen die Zerstörung von saarländischen Wäldern durch Windkraftanlagen eingesetzt.
  • DIE LINKE will den Naturschutz auch künftig stärken und lehnt eine Privatisierung von Flächen ab. Geschützte Flächen sollten in öffentlicher Hand oder in Trägerschaft von Umwelt- und Naturschutzverbänden verbleiben.
  • DIE LINKE steht glaubwürdig für eine soziale Politik im Interesse der Mehrheit der Saarländerinnen und Saarländer, indem wir uns etwa gegen Niedriglöhne, für höhere Renten oder die Entlastung der Eltern im Bereich der Kitagebühren einsetzen.

GRÜNE:

  • Grund 1: Weil wir die einzige Partei sind, die sich nachweislich für eine Verbesserung der ökologischen Zustände einsetzt, was unmittelbar auch die Lebensgrundlagen für unsere Wildtiere fördert.
  • Grund 2: Weil wir die einzige Partei sind, die die Jagd zukunftsfähig machen will und dafür entsprechende Instrumente gemeinsam mit allen gesellschaftlichen Gruppen, die mit der Jagd zu tun haben, entwickeln will.
  • Grund 3: Weil wir die einzige Partei sind, die nachweislich vor der Wahl das gleiche sagt und tut, wie nach der Wahl.

PIRATEN:

  • Wir sind eine freiheitsbejahende Partei, dementsprechend ist es unser Ziel, in möglichst allen politischen Bereichen die größtmögliche Freiheit für alle Menschen zu erlangen.
  • Ein bedingungsloses Grundeinkommen könnte auch für Jäger, die daraus mehr als ein einfaches Hobby machen möchten, als Grundsicherung sinnvoll sein. Dies garantiert ein monatliches Einkommen mit einem festen Betrag.
  • Wir sind gegen weitere Einschränkungen des Waffenrechts. Aktuell liegt die Strenge dieses Rechtes in einem ausreichenden Rahmen, sodass auch Jäger davon profitieren, dass wir dieses Recht nicht einschränken wollen. Uns ist bewusst, dass Jäger bereits viele Einschränkungen haben und wollen diese keinesfalls noch weiter verstärken.

FDP:

Die FDP Saar steht für Eigentumsrechte, die Stärkung des ländlichen Raumes und für eine realistische Umweltpolitik mit den Menschen. Darüber hinaus gibt es aber noch viel mehr Gründe, die FDP am 26. März zu wählen.

AfD:

Jäger und ihre Familien sollten die AfD wählen, weil wir normale Saarländer aus allen Schichten der Gesellschaft sind, die den Mut haben Probleme anzusprechen und Lösungen vorzuschlagen. Dabei lassen wir uns keine Denkschablonen verpassen und auch nicht den Mund verbieten. Wir sind nicht nur die Alternative für Deutschland, sondern auch die Alternative für das Saarland!