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Die Unteren Waffenbehörden des Saarlandes informieren über die Einführung des Nationalen Waffenregisters (NWR)

Werte Jägerinnen und Jäger,

nach der europäischen Waffenrichtlinie sind alle Mitgliedsstaaten verpflichtet, bis spätestens 31. Dezember 2014 ein computergestütztes Waffenregister auf nationaler Ebene zu schaffen und stets auf dem aktuellen Stand zu halten. Nach Vorgaben dieser Richtlinie muss das nationale Register allen zuständigen Behörden Zugang zu den gespeicherten Daten eröffnen. Der deutsche Gesetzgeber hat geregelt, dass das Nationale Waffenregister (NWR) bereits bis Ende des Jahres 2012, und damit zwei Jahre vor Ablauf der in der EU-Waffenrichtlinie vorgesehenen Frist, aufzubauen ist (§ 43a Waffengesetz).

Die Errichtung des NWR ist eine Gemeinschaftsaufgabe von Bund, Ländern und Kommunen. Die Projektdurchführung erfolgt durch eine von der Innenministerkonferenz eingesetzten Bund-Länder-Arbeitsgruppe (BL AG NWR) unter der Leitung des Bundesministeriums des Innern sowie im Rahmen des DOLVorhabens NWR unter der kombinierten Federführung des Innenministeriums Baden-Württemberg und des Bundesministeriums des Innern. Waffenrechtsexpertinnen und -experten der Länder, der Kommunen sowie Praktikerinnen und Praktiker aus den Waffenbehörden sind über Unterarbeitsgruppen, Arbeitskreise und Workshops auf breiter Linie in das Vorhaben eingebunden.

Technischer Aufbau:

Die Innenministerkonferenz hat im Mai 2010 die strategischen Eckpunkte für die Errichtung des NWR gebilligt. Danach wird das NWR als föderales System konzipiert. Es umfasst aus IT-Architektur-Sicht eine Zentrale Komponente, die mit den örtlichen Waffenverwaltungssystemen (ÖWS) der Waffenbehörden inkl. Bundeskriminalamt und Bundesverwaltungsamt verbunden ist. Die Zentrale Komponente wird beim Bundesverwaltungsamt errichtet und bildet eine umfassende Informationsplattform für Waffenbehörden und andere öffentliche zugriffsberechtigte Stellen.

Maßgeblicher Bestandteil der Zentralen Komponente des NWR ist eine zentrale Datenbank, das Zentrale Waffenregister (ZWR). In ihm werden deutschlandweit die relevanten Daten aus den ÖWS der örtlichen Waffenbehörden redundant vorgehalten. Zunächst werden im ZWR nur die Daten erfasst, die den erlaubnispflichtigen Umgang mit Waffen und Munition betreffen. Dies sind:

· Daten der zuständigen Waffenbehörde (z. B. Name, Anschrift)

· Daten zur Person (natürliche und juristische Personen sowie Personenvereinigungen, z. B. Name, Anschrift, Geburtsdatum/-ort, Staatsangehörigkeit, Übermittlungssperren)

· Daten zur Erlaubnis (z. B. Erlaubnistyp, Waffenbesitzkarte, Waffenschein, Verbote)

· Daten zur Waffe (z. B. Hersteller, Modell; aber auch standardisierte Katalogwerte, u.a. zur Waffenkategorie und Kaliberbezeichnung)
Umsetzung in den Waffenbehörden:

Aufgrund der Einführung des NWR und der Festlegung von standardisierten Katalogwerten benötigt Ihre zuständige Waffenbehörde zukünftig beim Eintragen von Waffen in die Waffenbesitzkarte sehr präzise Angaben zu den von Ihnen gekauften Waffen und dem vorherigen Besitzer der Waffe.

Bei einem Waffenkauf von einer Privatperson sind neben dem Erwerbsdatum der Waffe folgende Daten des Überlassers der Waffe notwendig:

Vorname, Nachname, Geburtsdatum, Geburtsort und die Adresse.

Die genannten Ausführungen gelten natürlich auch für den Verkauf von Waffen.

Darüber hinaus dürfen die von Ihnen erworbenen Waffen nur noch wie oben beschrieben mit den festgelegten standardisierten Katalogwerten in die Waffenbesitzkarte eingetragen werden. Die bisher in Ihre Waffenbesitzkarte eingetragenen Waffen müssen bis spätestens 31.12.2017 von den Waffenbehörden in die bereits erwähnten Katalogwerte berichtigt werden. Daher benötigen wir auch hier Ihre Mithilfe. Sollten unsere Mitarbeiter Sie zukünftig zu Herstellern, Kalibern, etc. Ihrer Waffen befragen, so sehen Sie dies bitte nicht als Schikane von uns an. Dies ist, wie schon erwähnt, aufgrund der Einführung des NWR notwendig.

So gibt es in den Katalogen folgende, in der Vergangenheit oft benutzte, Waffenarten nicht: Flobert, KK-Gewehr, Gewehr, Drückjagdbüchse, Nachsuchebüchse, Stutzen, Selbstladebüchse, Selbstladepistole.

Auch bei den Katalogwerten für die Kaliber hat man sich auf jeweils einheitliche Bezeichnungen geeinigt, z.B. .22lr, .308Win, .30-06Spring, 8x57JS, 7,65mmBrowning, 9mmLuger, .357Mag.

Wir bitten Sie in diesem Zusammenhang vielmals um Ihr Verständnis.

Mit freundlichen Grüßen und Waidmannsheil!

Ihre saarländischen Waffenbehörden

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