sumpfohreulewr05_0051_0Auf Anregung des stellvertretenden Landesjägermeisters und Vorsitzenden des Rechtsausschusses, Josef Schneider, hat der Vorstand am 17.06.2009 eine Schieds- und Schlichtungsstelle ins Leben gerufen. Damit wird ein Instrument geschaffen, den satzungsgemäßen Auftrag der VJS umzusetzen, wonach es heißt, dass die VJS auch Streitigkeiten von Mitgliedern untereinander schlichten soll.

Auch der Bereich der Jagd bleibt von Streitigkeiten nicht verschont. Jeder Jäger kennt den Zündstoff, der sich z.B. zwischen Mitpächtern eines Reviers während der langen Jahre einer Jagdpacht entwickeln kann. Auch Nachbarschaftsstreitigkeiten sind meist unangenehme Angelegenheiten. Häufig enden solche Auseinandersetzungen in langjährigen und teuren Prozessen über mehrere Instanzen vor den staatlichen Gerichten – mit ungewissem Ausgang.

In zahlreiche Lebensbereiche haben Verfahren und Einrichtungen zur außergerichtlichen Streitbeilegung Einzug gehalten, und dies ganz überwiegend mit guten Erfolgen. Zu unterscheiden ist dabei die grundsätzlich zunächst anzustrebende einverständliche Streitschlichtung im Wege einer gütlichen Einigung von der streitigen Entscheidung eines Konflikts.

Die Einrichtung einer von der Vereinigung der Jäger des Saarlandes getragenen Schlichtungs- und Schiedsstelle soll für deren Mitglieder die Möglichkeit einer schnellen, kostengünstigen und sachgerechten Streitbeilegung schaffen und vor allem für dauerhaften Rechtsfrieden zwischen den Beteiligten sorgen. Die Vereinbarung einer jagdlichen Schiedsgerichtsbarkeit sorgt für Vertraulichkeit einerseits und besondere Sach- und Fachkenntnis andererseits.

Das Verfahren zur Streitbeilegung ist zweistufig aufgebaut. Zunächst soll versucht werden, im Rahmen eines Güteverfahrens unter Leitung eines sach- und fachkundigen Schlichters eine vergleichsweise Einigung zwischen den Beteiligten herbeizuführen. Wenn dies nicht gelingt, haben die Beteiligten die Möglichkeit, nach Abschluss eines Schiedsvertrages die Streitigkeit unter Ausschluss der Zuständigkeit staatlicher Gerichte von der mit drei Schiedsrichtern besetzten Schiedsstelle der VJS entscheiden zu lassen. Der Schiedsspruch kann dann vergleichbar einem rechtskräftigen Urteil eines staatlichen Gerichts vollstreckt werden.

Das personelle Konzept sieht vor, dass in der Schieds- und Schlichtungsstelle der VJS Juristen tätig werden, die sich als Mitglieder des Rechtsausschusses und als Prüfer in den Jägerprüfungen seit Jahren ehrenamtlich im Bereich des Jagdrechts innerhalb der VJS engagieren und bereits von daher über besondere Kenntnisse und Erfahrungen in der einschlägigen Rechtsmaterie verfügen.

Als Vorsitzende fungieren die Herren LJM Josef Schneider und Michael Helling. Als Beisitzer haben sich die Mitglieder des Rechtsausschusses Hubert Colling, Christoph Heimes, Stefan Wiesen und Hans-Jörg Engel zur Verfügung gestellt.

Die durch die Tätigkeit der Schieds- und Schlichtungsstelle entstehenden Kosten und Aufwendungen werden unmittelbar von dem Personenkreis getragen, der die Stelle in Anspruch nimmt. Absichtlich wird die Tätigkeit nicht kostenlos sein. Die Vorteile für die Mitglieder sind aber im Vergleich zum Beschreiten des ordentlichen Rechtsweges unübersehbar.
Schieds- und Schlichtungsordnung