Bis zu 35 Tonnen Biomasse sollen angeblich Reh- und Rotwild im saarländischen Wald je Hektar vernichten, ließ Umweltstaatssekretär Klaus Borger über die „Saarbrücker Zeitung" am 19.02.2010 verlautbaren.
„Dies ist für die Vereinigung der Jäger des Saarlandes nicht nachvollziehbar.", sagt dazu Landesjägermeister Andreas Schober und macht dies an Beispielen deutlich:„Bei einer sehr hoch angenommenen Wilddichte von 2 Rehen je 10 Hektar Wald, müssten diese dann im Jahr 350.000 Kilogramm Biomasse vernichten, das heißt, für jedes Reh wären das am Tag rund 500 kg (zehn Zentner) und das bei einem Lebendgewicht von 20 - 25 kg, also das 20 - 25 fache des eigenen Körpergewichts! Wildbiologisch ist hingegen richtig, dass ein Reh etwa 2 - 4 kg Grünmasse je Tag benötigt.Im Wald selbst sind im saarländischen Durchschnitt etwa 350 Tonnen je Hektar oberirdischer Biomasse in Form von Baumholz, Ästen und Laub oder Nadeln vorhanden. Die von Herrn Borger angegebene Zahl entspräche damit etwa einem Zehntel der gesamten Biomasse und übersetzt würde dies heißen, Reh-, Rot-, oder Damwild wären in der Lage, in 10 Jahren einen ganzen Wald so zu ruinieren, dass nur noch Wüste übrig bliebe. Hier widerspricht nicht nur die eigene Anschauung jedes Waldwanderers und Erholungssuchenden, sondern auch jede Vorstellungskraft. Die saarländische Waldinventur gibt jedenfalls den Jägern Recht, denn danach hat der Holzvorrat im Wald in den letzten 16 Jahren um 40 % zugenommen!"
Schober führt einen weiteren Vergleich an: „Wissenschaftler und Praktiker gehen davon aus, dass durch Pflanzen zur Energiegewinnung wie z.B. Schilfgras etwa 30 Tonnen je Jahr und Hektar erzeugt werden können. Demnach müssten saarländische Rehe und Hirsche ganze Felder wie Heuschrecken leer fressen können. Im saarländischen Wald finden wir statistisch maximal 5 kg Lebendgewicht an größeren Pflanzenfressern je Hektar. In optimalen Bereichen wie im afrikanischen Gras-Buschland können dies 50 - 175 kg sein. Wie das Schilfrohr-Beispiel zeigt, wären allenfalls durch diese Menge an Gnus, Zebras und Elefanten die Masse Grünzeug zu verdrücken, die Herr Borger angibt." Als letzten Punkt weist der Landesjägermeister darauf hin, dass das, was die Rehe im Wald fressen, von ihnen dort auch wieder hinterlassen und durch diese biologische Düngung die Humusbildung und die biologische Aktivität des Waldbodens sogar gefördert wird!
Die saarländischen Jäger hoffen, dass die von „Jamaika" angepeilte Jagdgesetznovellierung nicht durch ähnliche Untersuchungen, wie die von Herrn Borger zitierte, gerechtfertigt werden soll!