Die Vereinigung der Jäger des Saarlandes (VJS) zeigt sich sehr verwundert über das zwiegespaltene Verhältnis von Staatssekretär Klaus Borger zu Jagd und Tierschutz.
Staatssekretär Klaus Borger, selbst begeisterter Jäger, hat in den letzten Jahren als Vorsitzender des Ökologischen Jagdvereines (ÖJV) und in anderen Funktionen der Jägerschaft immer vorgeworfen, zu wenig Rehe zu schießen. Durch eine Jagdgesetzänderung sollen noch mehr Rehe als bisher geschossen werden, denn das Reh soll hauptsächlich verantwortlich sein für den schlechten Zustand des saarländischen Waldes.
Gegen diese Behauptung wehren sich tausende von Jagdberechtigten unseres Bundeslandes. „Die Jäger haben ihre Aufgabe, für einen artenreichen und gesunden Wildbestand zu sorgen, in der Vergangenheit voll erfüllt. Die Ausrottung einer Tierart ist daher mit der VJS nicht zu machen.", sagt dazu Landesjägermeister Andreas Schober. Weiter führt er aus: „Das Saarland hat seit dem Krieg einen gesunden und stabilen Wald aufgebaut. Dies ist das Resultat der guten Arbeit der saarländischen Förster und Jäger in den letzten 60 Jahren. Hier hat die VJS entscheidend mitgeholfen. Wir wollen auch, dass die Bevölkerung die Wildtiere zu Gesicht bekommt. Wer behauptet, der saarländische Wald stünde insbesondere wegen eines Wildverbisses kurz vor dem Untergang, scheint schon lange nicht mehr im Wald gewesen zu sein."
Große Verwunderung ruft hervor, dass gerade die teilweise militanten Tierschützer, die den Jägern (und damit auch Klaus Borger) die reine Lust am Töten vorwerfen, den Staatssekretär vor ihren Karren spannen möchten. Die realitätsferne Forderung nach der Abschaffung der Jagd gerade mit dem ehemaligen Vorsitzenden eines Jagdverbandes durchzusetzen, erscheint opportunistisch und dürfte wohl der Versuch sein, radikales Gedankengut politisch zu platzieren.
Staatssekretär Borger muss sich also entscheiden, ob er mit denen über eine Jagdgesetzänderung redet, die gar keine Tiere mehr schießen wollen und glauben, wir hätten ohne Jagd anschließend eine heile Welt, in der sich Fuchs und Hase nichts mehr antun.
Oder ob er der Jägerschaft auferlegen will, noch mehr Tiere als bisher zu schießen. Hier geht es ausschließlich darum, gegen die Mehrheit der Jägerschaft des Saarlandes zu agieren. Bisher wurde allerdings noch nicht die Frage beantwortet, wer anschließend noch das waldzerstörerische Reh schießen soll, wenn die Politik das funktionierende saarländische Jagdwesen zerschlagen hat!