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02.09. 2010

VJS-Pressemitteilung: Kann eine Kuh einem Huhn das Eierlegen beibringen?

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02.07. 2010

VJS-Pressemitteilung: Pressemitteilung des Umweltministerium stellt Ergebnisse auf den Kopf

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Sonstige



Dachse im Saarland - Populationszustand und Bejagung


von Dr. Daniel Hoffmann

Der dämmerungsaktive Allesfresser lebt in geselligen sozialen Familienverbänden, idealer Weise in Laub- und Mischwäldern sowie Hecken, wobei verstärkt auch die Agrarlandschaft als Nahrungshabitat genutzt wird. Wiesen und Brachflächen bieten leicht zu erbeutende und zahlreich vorhandene Würmer, Insekten in verschiedenen Entwicklungsstadien sowie Mäuse und gelegentlich Gelege von Bodenbrütern. Der Feldfruchtbau bietet während des Sommers und mit dem Mais bis in den Herbst hinein ein nahezu unerschöpfliches Nahrungsangebot.

Als ungeeignet bzw. nur bedingt geeignet erweisen sich Bruchwälder, Sümpfe, Moore und Biotope mit sandigen Böden oder felsigem Untergrund, die die Anlage eines Baues erschweren. Der Dachs hält Winterruhe, die er witterungsabhängig häufig unterbricht. Die kalte Zeit des Jahres verbringt er in größeren Überwinterungsbauen.

Der Dachs ist in ganz Europa verbreitet. Nur im nördlichen Skandinavien und in der Tundra ist er nicht zu finden. In den Alpen lebt er bis in 2000 Metern Höhe.

In Mitteleuropa und insbesondere in Deutschland hat der Dachs in den sechziger und siebziger Jahren erhebliche Bestandseinbußen erlitten, als im Zuge der Tollwutbekämpfung Baue begast wurden. Die Tollwutausbreitung konnte damit zwar kaum gebremst werden, aber der stark an den Bau gebundene Dachs wich durch die staatlich angeordnete Aktion aus vielen Gebieten.

Dass es nach den Begasungen einige Jahre brauchte, bis sich die Dachspopulation wieder sichtbar erholen konnte, deutet auf die enorme Wirksamkeit der Reduktion hin. Jagdstrecken und Berichte von Jägern zeigen, dass der Dachs tatsächlich in folge der Begasungen lokal und regional zu diesen Zeiten aus den Revieren verschwunden war. Die verbliebenen Restbestände konnten sich jedoch angesichts günstiger klimatischer Bedingungen und reichhaltiger Nahrungsoptionen wieder zu einer stabilen Basispopulation regenerieren. Als begünstigend ist weiterhin anzunehmen, dass sich innerhalb der ausgedünnten Population Krankheiten weniger schnell oder gar nicht ausbreiten konnten. Letztlich dürfte auch begünstigend gewirkt haben, dass durch flächenhafte Impfaktionen die Tollwut in die populationsbiologische Bedeutungslosigkeit gebracht wurde.

Die Regenerationsphase, die sich in einer populationsdynamischen Entwicklungskurve annähernd als leicht ansteigende Gerade darstellt, dauert beim Dachs, der in seinem Verbreitungsgebiet geringe Verluste durch Konkurrenten oder Prädatoren auszugleichen hat und daher mit durchschnittlich 3 Jungen je Dachsfähe ausreichend Nachwuchs produziert, mehrere Jahre.

Fußt die Dachspopulation jedoch nach der Stabilisierungsphase auf einer breiten Basis, vollzieht sich in den Folgejahren ein annähernd exponentieller Anstieg, bis ein neuer Populationslevel erreicht ist, der durch die Kapazität der Landschaft (Nahrungsverfügbarkeit, Baue, Konkurrenten und Prädatoren, Krankheiten usw.) begrenzt wird.

Die hier theoretisch kurz geschilderte Entwicklung lässt sich für den Dachs anhand der Jagdstreckenstatistik nachvollziehen. Die Dachsbejagung ist weitgehend abhängig von zufälligen Begegnungen an Kirrungen oder wenn die Dachse morgendlich auf dem Rückpass zu den Bauen sind. Fangjagd spielt im Saarland eine untergeordnete Rolle und eine Baujagd mit Hunden wird aufgrund des Gefährdungspotenzials für den Bauhund insbesondere an Naturbauten selten gezielt durchgeführt.

Einen hohen Mortalitätsfaktor stellt der Straßenverkehr dar, der jedoch unabhängig einer nicht bekannten Dunkelziffer wie die derzeitige Bejagung statistisch gesehen eher als Zufallsereignis zu deuten ist. Dem zur Folge korreliert ein Mehr an Dachsen in der Jagdstreckenstatistik mit einer höheren Population in der Landschaft, so dass die Jagdstrecke bei dieser Wildart als relatives Maß für die Besatzhöhe genutzt werden kann.

Auf Bundesebene hat sich die Strecke beim Dachs von ca. 14.000 Individuen in den Jagdjahren 1988/89 und 1989/90 derzeit bei etwa 50.000 Individuen eingependelt. Im gleichen Zeitraum steigt die Strecke im Saarland von ca. 20 auf durchschnittlich 200 Dachse je Jagdjahr. Im wald- und strukturreichen Saarland findet der Dachs weiträumig günstige Lebensbedingungen und weder Jagd noch Straßenverkehr sind in der Lage, die Population zu gefährden. Die Jagd wirkt beim Dachs ausschließlich im Anschluss an die Reproduktionsperiode und unter den beschränkten Möglichkeiten, die aufgrund der nächtlichen Lebensweise gegeben sind, kann die Dachsjagd nicht annähernd den jährlichen Zuwachs abschöpfen. Bei 200 jagdstreckenstatistisch erfassten Dachsen pro Jahr im Saarland, wäre eine Nachhaltigkeit der Dachsjagd bereits gegeben bei einer Gesamtmutterbauzahl im Saarland von etwa 100 Stück, wobei darin bereits die Sterblichkeit adulter Dachse eingerechnet wäre. Aus einer Studie in Schleswig-Holstein, in der 563 Dachsbauten kartiert wurden, konnten insgesamt 1678 Welpen registriert werden, was einer 2,98 Jungdachsen je Mutterbau entspricht.

100 Mutterbaue im Saarland wären gleichbedeutend mit einer Siedlungsdichte von 0,05 Mutterbauen je 100 ha, wobei die Siedlungs- und Verkehrsflächen des Saarlandes bereits heraus gerechnet sind. Tatsächlich kann aufgrund von Kartierungen der saarländischen Jägerschaft im Wildtierinformationssystem (WILD) von einer Mutterbaudichte von mindestens 0,2 je 100 ha ausgegangen werden. Selbst bei einer Vervierfachung der Jagdstrecke unter den heutigen Bedingungen stände eine Reduktion der Dachspopulation nicht zu erwarten.

Bei der Recherche zur Nahrung des Dachses muss wie bei allen Nahrungsanalysen sehr differenziert bewertet werden, um welche Stichprobe es sich handelt und zu welcher Jahreszeit und an welchen Individuen die Untersuchungen durchgeführt wurden. Fehlen Angaben zur Anzahl der untersuchten Tiere und zur Jahreszeit, sind die Angaben nicht wissenschaftlich zu werten. Des Weiteren ist von großen Unterschieden bezüglich der Magenfüllung bei Tieren, die in einer Falle gefangen oder in der ersten Nachthälfte an einer Kirrung geschossen wurden und Dachsen, die in den Morgenstunden überfahren oder auf dem Rückwechsel in den Bau erlegt wurden, auszugehen.

Dachse nehmen, soweit bei ausreichender Feuchtigkeit verfügbar, zu hohen Prozentsätzen Regenwürmer auf und ab der Milchreife finden sich überwiegende Anteile von Getreide in den Mägen. Saisonal erscheinen verschiedene Obstarten in der Nahrung, jedoch überwiegt nach den meisten Untersuchungen die tierische Nahrung. Neben den Regenwürmern werden Insekten (häufig Käfer, Hummeln, Wespen und deren Larven), Amphibien, Reptilien, Vögel und Säuger aufgenommen. Bei den Säugern sind es in der Regel Mäuse und deren Junge, regional auch, wenngleich eher vereinzelt Jungkaninchen und Junghasen.

Vögel und deren Junge, sowie Eier treten der Verfügbarkeit entsprechend fast ausschließlich zur Reproduktionszeit der Arten auf, können dann jedoch bis über 15 % der Nahrung ausmachen. Bei einem Experiment der Forschungsstelle Wildbiologie der Universität Kiel (Bohlken & Heidemann 1991) wurde der Dachs für die Prädation an bis zu 50 % der exponierten Kunstnester festgestellt.

Schlussfolgernd ist festzuhalten, dass die Population des Dachses sich heute unter günstigen Bedingungen in einem sehr guten Erhaltungszustand befindet. Der Einfluss von Jagd und Verkehrsmortalität ist zu vernachlässigen und schöpft nicht annähernd die jährliche Reproduktion ab. Auch eine Intensivierung der Dachsjagd, die aufgrund der Schwierigkeit der Bejagung nur durch eine Verlängerung der Jagdzeit erreicht werden könnte, wird die Population nicht negativ beeinflussen. Der Dachs wird immer als Gelegeräuber von Bodennestern in Feld und Wald auftreten, da es für ihn physiologisch in der Energiebilanz sinnvoll ist.

Dabei kann die Frage nach der Bedeutung des Dachses für Bodenbrüter aufgrund der spärlichen Untersuchungen zu diesem Thema nicht beantwortet werden.

Entscheidend bei der Frage nach einer Bejagung des Dachses ist jedoch die gute Verwertbarkeit. Nach einer Trichinenschau ist das Fleisch, sofern das Tier möglichst sofort nach Erlegung aufgebrochen und versorgt wird, sehr gut zum Verzehr geeignet.

Darüber hinaus ist die Gewinnung von Dachsfett zu empfehlen. Als Grundlage für Salben ist Dachsfett auch heute noch gefragt, da es natürliches Kortison bzw. Corticosteroide in einem Gesamtgehalt von 30 bis 80 mg/kg enthält. Aufgrund ihrer entzündungshemmenden und immunsupprimierender Wirkung werden Glucocorticoide seit langem in der Rheumatherapie verwendet. Des Weiteren ist Dachsfett für die Lederpflege sehr geeignet.

Aufgrund des günstigen Erhaltungszustandes der Art im Saarland und der Verwertbarkeit des Dachses ist eine Jagdzeit für den Dachs vom 01.08. bis zum 20.01. zu empfehlen. Eine häufig diskutierte ganzjährige Schonzeit für den Dachs entbehrt jeder fachlichen Grundlage und widerspricht internationalen Artenschutzvorstellungen, in denen die nachhaltige Nutzung als entscheidender Teil zum Erhalt von Wildtierpopulationen gilt.

 
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Systematische Erfassung von Marderartigen im Saarland

Als erster Landesjagdverband in Deutschland hat die VJS im Jahr 2007 mit einer Untersuchung über das tatsächliche Vorkommen von einigen Marderarten in unserer Landschaft unter wissenschaftlicher Begleitung begonnen. Zum einen ergründete sich die Motivation zu einem solchen Pilotprojekt daraus, dass Präsidium und Vorstand es für untragbar erachteten, dass die Kenntnis über den Populationszustand der Marderarten, die allesamt dem Jagdrecht unterliegen, gemeinhin so gering ist, dass die Jägerschaft selbst nicht mehr in der Lage war, Mutmaßungen zur Seltenheit von manchen Mardern aus berufenen und unberufenen Mündern zu entgegnen.

Durch die europäische FHH-Richtlinie ergibt sich ein zweiter, jagdrechtlich relevanter Grund für eine fundierte Datenbasis. Baummarder und Iltis finden sich in dieser Richtlinie im Anhang V und gelten danach als „TIER- (UND PFLANZEN)ARTEN VON GEMEINSCHAFTLICHEM INTERESSE, DEREN ENTNAHME AUS DER NATUR UND NUTZUNG GEGENSTAND VON VERWALTUNGSMASSNAHMEN SEIN KÖNNEN". Im Klartext bedeutet dies, dass es bei schlechter oder nicht vorhandener Informationslage zu diesen Arten leicht zu begründen wäre, eine ganzjährige Schonzeit zu verordnen.

Unter dieser Voraussetzung hat die VJS eine Projektkonzeption mit den Herren Dr. Daniel Hoffmann und Torsten Petry (www.BNL-Petry-Hoffmann.de) erarbeitet und diese bei der SaarToto GmbH eingereicht, die dankenswerter Weise eine Finanzierung ermöglichen konnte.

Im Saarland kommen derzeit mindestens sechs Marderarten vor. Es sind dies der Dachs, der Iltis, Wiesel und Mauswiesel sowie Stein- und Baummarder.

Das einzige zugrunde liegende Datenmaterial, das hier zur Verfügung steht, sind die Jagdstrecken, die aus unterschiedlichen Gründen als unbrauchbar anzusehen sind.

Bekannt und wenigstens jedem Autofahrer bewusst ist die Tatsache der erheblichen Bestandszunahme des Steinmarders, bei dem von einer flächendeckenden Verbreitung ausgegangen werden kann, ohne dass entsprechendes Zahlenmaterial vorliegen würde.

Vorgesehen war also die Einrichtung von Referenzrevieren in verschiedenen Naturräumen des Saarlandes, wobei in einer ersten Projektphase der Fokus auf den Baummarder gerichtet war. Derzeit sind 6 Reviere im Bliesgau, im Warndt und dem Saar-Kohlewald, im Ostertal sowie im mittleren Saartal und im Hochwald mit insgesamt 30 Kastenfallen ausgestattet (siehe Karte). Zwei der Untersuchungsgebiete konnten mit Genehmigung des Saarforst-Landesbetriebes in großen, landeseigenen Waldbereichen eingerichtet werden.

Der Fallenfang darf durch eine Ausnahmegenehmigung der Obersten Jagdbehörde für diese Forschung ganzjährig durchgeführt werden und es erfolgt eine Markierung aller gefangener Tiere durch Mikrochips, die wie bei Haustieren unter der Haut platziert werden.

Dieses Vorgehen ist erforderlich, um über das Verhältnis von Erst- und Wiederfängen die Populationsdichte abzuschätzen. Eine Tötung der gefangenen Marder erfolgt in der aktuellen Projektphase zu keiner Jahreszeit.


Es werden in allen Gebieten einheitliche Kastenfallen eingesetzt und die Standorte wurden von den Jägern in den Jagdbezirken in Zusammenarbeit mit Dr. Daniel Hoffmann und Herbert Carius ausgewählt und mit vergleichbaren Ködern ausgestattet.

Das Aufstellen der Fallen erfolgte bisher vornehmlich im Wald oder an Waldrändern und Heckenstreifen, dabei wurden 13 Fallen am Boden und 17 auf Holzböcke in ca. 90 cm Höhe aufgestellt (Abb. 2). Zwischen dem 02.02.2007 und dem 31.07.2008 konnten bisher 65 verschiedene Marder gefangen werden, wovon nur zweimal Iltisse bestätigt wurden. Diese geringe Fangausbeute beim Iltis ist nicht als Hinweis auf die  Seltenheit des Iltis im Saarland zu werten, sondern ist darauf zurückzuführen, dass für diese Art eine andere Beköderung und Fallenaufstellung erforderlich ist, was im jetzt folgenden Projektteil intensiv betrieben wird.

Die hier vorgestellten Ergebnisse beziehen sich auf Baum- und Steinmarder, die sich außerhalb der Ortschaften den Lebensraum teilen. Die ersten Ergebnisse zeigen bei einer ausgeglichenen Verteilung mit 32 Baummardern und 31 Steinmardern, dass wir in den bewaldeten Bereichen unseres Landes stets mit beiden Arten zu rechnen haben. Es gibt eine leichte Tendenz dahingehend, dass Steinmarder häufiger in Waldrandnähe gefangen werden und Baummarder eher im Wald zur „Beute" werden, allerdings ist dies kein statistisch nachweisbarer Effekt.

Neben den Erstfängen wurden im gleichen Zeitraum 49 Wiederfänge realisiert. Eine Gleichverteilung der Wiederfangdaten ist nicht zu beobachten, denn während Baummarder 37 Mal wieder gefangen wurden, konnte es bisher beim Steinmarder erst 12 Mal gelingen. Beim Baummarder gibt es Individuen, die sich praktisch auf „Ansage" fangen lassen. Bei diesen hohen Wiederfangraten und dem ruhigen Verhalten der Tiere in den dunklen Fanggeräten kann die Stressbelastung der Tiere als sehr gering bezeichnet werden, was als Nebenergebnis wichtig für die generelle Akzeptanz und Fortführung der Fangjagd ist.

Bezüglich des Geschlechterverhältnisses ergibt sich eine erhöhte Fangrate von männlichen Mardern bei beiden Arten. Das Geschlechterverhältnis der gefangenen Baummarder liegt bei 1,6:1 (männl. / weibl.) bzw. 1,9:1 beim Steinmarder. Vor allem in den Herbst- und Wintermonaten werden dabei deutlich mehr männliche Individuen gefangen, was zum Teil auf die deutlich höheren Aktionsradien dieser zurückzuführen sein kann.

Wichtiges Ziel der Studie ist es, die Dichten von Baum- und Steinmardern in den Gebieten zu errechen, was bisher ansatzweise gelingen kann.

Mit Hilfe eines Hochrechnungsmodells (Abundanzrechnung nach Lincoln) ergibt sich für die gesamte Gebietskulisse (2727,4 ha) eine grobe Dichteschätzung zwischen 2 und 4 Baum- und Steinmardern je 100 ha.

Betrachtet man nur das Revier im Bliesgau, das von Herbert Carius betreut wird, wo mit 27 Mardern der größte Stichprobenumfang vorliegt, nutzen sicher mindestens 4 Baum- und 4 Steinmarder parallel eine Waldfläche von 100 ha.

Das Vorkommen von Mardern und insbesondere das von Baummardern wird nach den kurz geschilderten Ergebnissen meist unterschätzt. Erstaunlich ist, dass in den Wald- und Heckenbereichen des Saarlandes beide Arten in gleichem Umfang vorkommen. Steinmarder sind in großen Waldkomplexen ebenso anzutreffen wie Baummarder  in Waldrandnähe, kleineren Gehölzen und dörflichen Randstrukturen.

Die festgestellten hohen Dichten beider Arten zeigen bereits, dass eine strenge Territorialität nur begrenzt zu bestehen scheint.

Aufbauend auf dem hier kurz vorgestellten Projekt werden derzeit Marder mit Telemetriehalsbändern ausgestattet, um weitere Details über die Lebensweise, die Raumnutzung und das soziale Verhalten der Arten herauszufinden. In diesem Jahr konnten 2 Baummarderfähen während der Jungenaufzucht permanent beobachtet werden und es soll nun festgestellt werden, wie die Verteilung und Ausbreitung der Jungtiere verläuft.

Bei den bisher telemetrierten Baummarderrüden wurde festgestellt, dass die Raumansprüche je nach Jahreszeit sehr stark variieren und dass es großzügige Überlappungen der Territorien gibt. Ein dominanter Rüde schließt also nicht das Vorkommen weiterer Rüden im gleichen Gebiet aus.

Die VJS wird sich weiterhin intensiv mit der Erforschung der Marder im Saarland befassen und es ist auch künftig mit wichtigen Ergebnissen zu rechnen. Der Wissensvorsprung der Jägerschaft durch solche Projekte muss weiter ausgebaut werden, um auch künftig die „Nase vorn" zu haben in jagdpolitischen und jagdwissenschaftlichen Diskussionen.

Dr. Daniel Hoffmann, Ausschussvorsitzender Wildtierökologie

Anm.: Ein erster Zwischenbericht des Projektes kann unter folgender Internetadresse abgerufen werden:

http://www.bnl-petry-hoffmann.de/resources/Marder_Bericht2007.pdf